Was sind Panikattacken?

Du willst Dich genauer über Panikattacken informieren? Vielleicht, weil Du selbst darunter leidest? Oder weil jemand aus Deiner nächsten Umgebung davon betroffen ist?Wir haben alle wichtigen Antworten auf die Frage „Was sind Panikattacken?“!

Wie äußern sich Panikattacken?

Eine Panikattacken kommt stets aus heiterem Himmel, trifft einen völlig unvorbereitet. Sie ist intensiv, akut und nach einiger Zeit wieder vorbei. Innerhalb weniger Minuten ist der Höhepunkt erreicht – der in der Regel auch einige Minuten lang anhält. In seltenen Fällen kann es etwas länger dauern.

Panikattacken treten vor allem bei einer Angststörung auf. Generell unterscheidet man dabei zwischen folgenden Angstanfällen:

  • unerwartete, ohne einen ersichtlichen Auslöser
  • aus der Situation kommend
  • durch die Situation begünstigt

Unerwartete Attacken gehören zu der Panikstörung, während Panikanfälle, die an eine bestimmte Situation gebunden sind und beispielsweise vor allem auf belebten Plätzen auftreten zu den sozialen oder spezifischen Phobien gehören (wie etwa der Agoraphobie). Panikattacken, welche durch die Situation begünstigt werden, kommen sowohl bei Phobien als auch bei Panikstörungen vor.

Der Auslöser für die Panikattacke lässt sich meist nicht ganz klar erkennen. Meist ist es Stress oder unbewusste Konflikte wie unterdrückte Wut oder ein traumatisches Erlebnis (wie etwa eine schmerzhafte Trennung, der Verlust des Arbeitsplatzes, ein Todesfall oder eine schwere Krankheit). Nicht selten tritt ein kurzzeitig geschwächter Organismus mit hinzu, was das Auftreten der ersten Panikattacke noch einmal begünstigt.

Was sind Panikattacken Symptome?

Wir wollen an dieser Stelle noch einmal auf den Unterschied zu „normaler“ Angst eingehen:

  • Panikattacken treten unerwartet und ohne jeden erkennbaren Anlass auf.
  • Sie sind besonders stark.
  • Und lassen sich nicht kontrollieren.
  • Man befürchtet, verrückt zu werden oder zu sterben.
  • Und entwickelt eine Angst vor der Angst, die sogenannte Erwartungsangst oder Phobophobie.

Im extremen Fall stürzt sich der Betroffene in ein starkes Verhalten von Vermeidung und Flucht. Zieht sich immer mehr von seiner Umgebung zurück, bis er die eigenen vier Wände kaum mehr verlässt. Doch gibt dies nur noch mehr Nährboden für die Angst – und die nächste Panikattacke ist im Grunde genommen nur noch eine Frage der Zeit.

 

 

Doch was sind die Symptome einer Panikattacke? Eine Bemerkung vorab: Sie äußert sich nicht immer gleich  – daher müssen nicht immer all die unten genannten Symptome bei jedem auftreten. Mindestens vier sollten es aber schon sein, um von einer Panikattacke sprechen zu können.

Wir raten Dir außerdem, Dich vorab gründlich von Deinem Arzt untersuchen zu lassen. Auf diese Weise kannst Du mögliche organische Ursachen ausschließen.

 

Hier die wichtigsten Symptome einer Panikattacke:

 

  • Rasender Puls (Herzrasen)
  • Taubheit oder Kribbeln in den Fingern oder an anderen Körperstellen
  • Beklemmungsgefühl
  • Atembeschwerden, Erstickungsgefühle
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Fein- oder grobschlägiges Zittern
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Bauch- oder Kopfschmerzen
  • Schwindel, Unsicherheit
  • Schwäche oder Benommenheit
  • Gefühl, die Objekte sind unwirklich (Derealisation)
  • Gefühl, man selbst ist weit entfernt / nicht wirklich hier (Depersonalisation)
  • Angst, gleich zu sterben
  • Angst, sich zu blamieren
  • Angst, in Ohnmacht zu fallen

Hinzu kommen die Symptome auf der Verhaltensebene, die wir weiter oben ja schon angesprochen haben: Der Betroffene tut alles, um eine solche Situation niemals wieder erleben zu müssen. Häufig meidet er die Plätze und Orte, wo er eine Panikattacke erlitten hat – doch diese treten auch weiterhin auf.

 

Was sind die wichtigsten Panikattacken Gründe?

Gründe dafür gibt es viele – das ist auch gut nachvollziehbar. Schließlich bringt jeder Betroffene seine ganz persönliche Lebensgeschichte mit. Bei jedem liegen die Umstände ein wenig anders. Und auch die Charaktereigenschaften sowie das Umfeld spielen in diesem Zusammenhang eine nicht ganz unwesentliche Rolle.

Es kann mitunter ein wenig schwerfallen, sämtliche Gründe für die Angstanfälle wirklich ohne Weiteres zu identifizieren. Denn nicht immer liegen diese klar und offen zutage, häufig verbergen sich hinter den Auslösern noch weitere, tiefe Grundängste. Diese ausfindig zu machen, verlangt natürlich sehr viel von einem selbst ab.

  • Mitunter kann es daher sinnvoll sein, sich an einen Therapeuten zu wenden.
  • Gemeinsam mit ihm schaut man sich an, welche Gründe und Ursachen bei einem persönlich vorhanden sind.
  • Und was zu der Panikattacke geführt hat.

Zumal es für einen selbst nicht selten eine gewisse Entlastung darstellt, jemanden an seiner Seite zu wissen, der sich mit diesem so schwierigen Thema wirklich auskennt. Das kann schon eine große Hilfe sein!

Doch zurück zur eigentlichen Frage, was hinter der Panikattacke eigentlich stecken könnte. Nicht selten führt ein traumatisches Erlebnis zu der Entstehung dieser Angststörung, wie etwa der Unfall oder gar Tod einer vertrauten Person, vielleicht war man auch selbst von dem Unfall betroffen oder ein direkter Zeuge davon. Eine schwere Krankheit – sei es von einem selbst oder von jemandem, der einem nahe steht – kann ebenfalls eine Panikattacke mit begünstigen.

Das Gleiche gilt für weitere Verlusterfahrungen. Wie etwa eine Kündigung, die nicht selten eine große Verlustangst nach sich zieht. Oder man hat eine schmerzhafte Trennung erlebt beziehungsweise befindet sich noch immer in der Verarbeitungsphase.

Auch ein sexueller Missbrauch kann zu einer Agoraphobie führen. All das müssen nicht unbedingt Ereignisse sein, die in der jüngsten Vergangenheit passiert sind! Im Gegenteil, nicht selten liegen diese Erlebnisse schon Jahre zurück, wirklich aufgearbeitet wurden sie jedoch nicht. Und so bahnen sie sich nun über die Agoraphobie wieder ihren weg aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche…

Es müssen jedoch nicht zwangsläufig solch „extremen“ Ereignisse vorliegen. Auch eine generelle Ängstlichkeit kann sich schließlich in einer Agoraphobie niederschlagen. Etwa, wenn eine Person sich im Allgemeinen eher wenig zutraut, im tiefsten Inneren der Überzeugung ist, dass sie nichts oder kaum etwas kann. Nicht viel Wert ist.

So begegnet man der Umgebung mit einem tiefen inneren Misstrauen. Und auch das Vertrauen zu sich selbst fehlt. Dies wiederherzustellen, ist nun ein ganz wichtiger Schritt, um die Agoraphobie überwinden zu können. Doch braucht das natürlich Zeit.

Eine weitere Ursache kann ein Ereignis sein, das eigentlich positiv ist: ein Umzug in eine neue Stadt, die Geburt eines Kindes, ein neuer Job. Doch sind diese neuen Lebensabschnitte häufig mit so vielen Erwartungen an sich selbst aufgeladen, dass sie großen Stress auslösen – und eben auch Ängste. Und so ist es mitunter nur eine Frage der Zeit, bis die Agoraphobie offen zutage tritt und beginnt, im Leben eine immer größere Rolle zu spielen… Umso wichtiger ist es daher, wachsam und aufmerksam sich selbst gegenüber zu sein!