Panikattacken Medikamente

Du überlegst, Deine Panikstörung mit Medikamenten behandeln zu lassen? Welche Mittel sind aber in dieser Hinsicht geeignet? Welche Panikattacken Medikamente gibt es überhaupt? Hier erfährst Du mehr zum Thema!

    1. Welche Panikattacken Medikamente?

Eine Bemerkung vorab: Eine medikamentöse Behandlung von Panikattacken sollte stets nur in Verbindung mit einer Psychotherapie erfolgen. Denn Psychopharmaka können stets nur die Symptome der Anfälle lindern – sie gehen aber nicht an die Ursachen. Daher bleiben die Panikattacken auch weiterhin bestehen – und das kann ja eigentlich nicht im Sinne des Betroffenen sein.

Zudem solltest Du unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt sprechen und die Medikamente natürlich nur nach Verschreiben einnehmen. Beachte zudem, dass etliche Nebenwirkungen auftreten können – lese Dir die Packungsbeilage daher genau durch.

Doch welche Medikamente eignen sich nun für eine Behandlung von Panikattacken?

  • Wirksame Mittel gegen die Panik sind Antidepressiva mit den Wirkstoffen Paroxetin, Fluoxetin, Citalopram, Sertralin, Venlaflexin, Imipramin und Clomipramin.

  • Diese können teilweise zu unterschiedlichen Handelsnamen verordnet werden.

Auch die Medikamentengruppen Benzodiazepine sowie spezielle Anxiolytika stehen in diesem Zusammenhang zur Verfügung.

Viele Betroffene haben zunächst große Vorbehalte gegenüber der Einnahme von Medikamenten. Doch sind diese nicht immer berechtigt. Denn die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, die Funktionen im Gehirn, die durcheinander geraten sind, wieder ins Lot zu bringen. Die Schieflage lässt sich durch eine Verschiebung der Neurotransmitter, der Botenstoffe, zurückführen.

  • Psychopharmaka regulieren also die Biochemie von außer Kontrolle geratenen chemischen Vorgänge in unserem zentralen Nervensystem.

  • Sie führen in der Regel nicht zu Persönlichkeitsveränderungen.

  • Sowie nicht generell zur Abhängigkeit.

Eine Ausnahme bildet hierbei die Gruppe der Benzodiazepine. Denn diese kann bei längerer Anwendung tatsächlich zu einer Abhängigkeit führen. Umso wichtiger ist es daher, diese nur kurzfristig und bei akuten Zuständen einzusetzen.

    1. Warum Panikattacken Medikamente?

Weil die Psychopharmaka dabei helfen können, den Betroffenen zu entspannen. Und ihn so empfänglicher, „aufnahmebereiter“ für die Verhaltenstherapie zu machen. Jene wiederum verstärkt in der Regel die Bereitschaft für die Medikamenteneinnahme.

  • Für die Langzeitbehandlung haben sich Antidepressiva besonders bewährt.

  • Doch tritt deren Wirkung erst nach einigen Wochen ein.

  • Zudem kann es in den ersten drei Wochen zu diversen Nebenwirkungen kommen.

Hier ein Überblick, welche typischen Nebenwirkungen bei den einzelnen Wirkstoffgruppen auftrten können:

Wirkstoffgruppe

Wirkstoffe

Häufige und/ oder typische
Nebenwirkungen

Antidepressiva

Für eine Langzeittherapie geeignet, in der Regel
keine Gefahr von Abhängigkeit

Imipramin, Doxepin,
Clomipramin

Mundtrockenheit, Verstopfung,
Müdigkeit,
Blutdruckabfall,
verschwommenes Sehen

Fluoxetin,

Citalopram,
Paroxetin,
Fluvoxamin,

Sertralin,
Escitalopram,
Venlafaxin

Übelkeit,
Erbrechen,

Kopfschmerzen,
Unruhe,
Gewichtsabnahme,
Appetitminderung,
Schlafstörung

Moclobemid

Schwindel,
Erregung,
Zittern,
Schlaflosigkeit

Spezielle Anxiolytika

Für eine Langzeittherapie geeignet, in der Regel
keine Gefahr von Abhängigkeit

Opipramol

Müdigkeit,
Mundtrockenheit

Buspiron

Unruhe,
Schlafstörungen,

Schwindel,
Kopfschmerz

Benzodiazepine

Schnelle sowie sichere Wirkung, doch Gefahr von Abhängigkeit, daher nur für die Kurzzeit-Therapie zu empfehlen

z. B.
Alprazolam, Oxazepam,
Bromazepam

Müdigkeit,
Muskelentspannung
(daher Sturzgefahr),

Symptome von Entzug,
Gedächtnisstörungen,
Abhängigkeit

Andere

z. B. Antiepileptika

z. B. Pregabalin

Benommenheit,
Verwirrung,

Schläfrigkeit,
Gewichtszunahme,

Euphorie,
Reizbarkeit,
Aufmerksamkeits- u.
Gedächtnisstörungen

Hier nochmal der Hinweis: Bitte spreche ausführlich mit dem Arzt darüber, welches Panikattacken Medikament am besten für Dich geeignet ist! Zumal es auch darauf ankommt, ob noch weitere Mittel zeitgleich eingenommen werden…

Welche Panikattacken Medikamente pflanzlich?

Immer häufiger hört man, dass auch homöopathische, also pflanzliche Mittel, im Kampf gegen die Panikattacken zum Einsatz kommen können. Doch welche kommen in diesem Zusammenhang überhaupt infrage? Welche sind empfehlenswert – und wogegen helfen sie überhaupt?

 

Im Folgenden haben wir eine Übersicht für Dich zusammengestellt, die alle Mittel auflistet, mit denen bislang gute Erfahrungen gemacht wurden:

  • Aconitum (Tabletten D6): empfehlenswert bei extremer Angst oder gar Todesängsten, reichlich Durst, schnellem Puls, trockenem Mund, großer Unruhe

  • Argentum nitricum (Tropfen D6): empfehlenswert bei starker Angst oder gar Todesängsten, starkem Zittern, Unruhe, Schwindel

  • Optium (Tabletten D6): empfehlenswert bei Zittern, Reflexlosigkeit, Depression, Schlaflosigkeit, kaum noch vorhandenem Schmerzempfinden,  besinnungsloser Angst, Muskelzuckungen an Beinen und Armen. ABER ACHTUNG: Opium gibt es nur auf Betäubungsmittel-Rezept!

  • Coffea (Tabletten D6): empfehlenswert bei Schlaflosigkeit, erregtem Geist und Körper, Überempfindlichkeit bei Schmerzen, schnellem bis rasendem Puls, Herzklopfen, Schweißausbrüchen

  • Ignatia (Tabletten D6): empfehlenswert bei hysterischem oder launischem Verhalten, reizbarer Schwäche, erhöhter Erregbarkeit

  • Calcium: empfehlenswert bei Angst vor der Dunkelheit, Angst vor dem Einschlafen und auch dem Alleinsein

  • Gelsemium: empfehlenswert bei starker Angst vor Prüfungen

Spreche aber vorab unbedingt mit einem Heilpraktiker, der sich in dieser Beziehung gut auskennt! Und / Oder mit Deinem Arzt, der ebenfalls gut einschätzen kann, welches Medikament beziehungsweise welche Kategorie an Mitteln gegen die Panikattacken am besten bei Dir helfen können.

Zumal es immer sein kann, dass bestimmte Mittel nicht vertragen werden. Besonders dann, wenn zu dem Zeitpunkt auch noch andere Medikamente eingenommen werden.

Doch helfen die homöopathischen Mittel nun oder nicht? Diese Frage erreicht uns immer wieder. Und das ist auch recht verständlich, besteht doch in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer eine gewisse Skepsis dem Ganzen gegenüber.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass auch pflanzliche Mittel gut gegen die Panikattacken helfen. Auch hier gilt jedoch, dass sie nicht an die eigentlichen Ursachen gehen – dies kann nur eine klassische Psychotherapie leisten. Oder man versucht, in Eigenregie der Sache auf den Grund zu gehen, in Erfahrung zu bringen, woher die Panikattacken eigentlich kommen. Dies kann jedoch recht aufwändig und Kraft raubend sein und es ist nicht gesichert, ob man seinen tiefsten Ängsten auf diese Weise auf die Spur kommt.

Versuche daher, um Deiner selbst willen, der Angst ins Gesicht zu blicken und gegen diese vorzugehen. Ja, wir wissen, dass dies ein Schritt ist, der einem viel abverlangt. Doch nur so wirst Du den Panikattacken langfristig Einhalt gebieten können!

  • Flucht und Vermeidung können hingegen keine wirksame Strategie sein.
  • So erhält man für sich selbst nur noch mehr das Gefühl, dass man machtlos ist, dass man nicht stark genug für diesen Kampf ist.
  • Macht sich somit noch kleiner als man ist.
  • Gibt der Angst noch mehr Raum.

Und die Angst vor der nächsten Attacke, die Angst vor der Angst, kann sich umso ungehemmter ausbreiten. Das Leben, den Alltag zunehmend mehr einschränken – bis man schließlich, im extremen Fall, kaum noch aus dem Haus geht.

Das gesamte Denken, Handeln und Fühlen sind von der Panikattacke beeinflusst. Man fühlt sich wie gelähmt. Umso wichtiger ist es, dem rechtzeitig vorzubeugen – und dabei auch bestimmte Hilfsmittel wie eben Medikamente unter Umständen mit zu verwenden!