Panikattacken im Schlaf

Nachts schreckst Du immer wieder auf? Weil dich die Panikattacke mal wieder eingeholt hat? Was aber lässt sich gegen die Panikattacke im Schlaf unternehmen? Wir haben uns angeschaut, was hilft – und was eigentlich dahinter steckt!

    1. Warum Panikattacken im Schlaf?

Immer wieder nachts schlagen sie zu: die Panikattacken. Du schreckst auf, das Herz schlägt dir bis zum Hals. Du ringst nach Atem, meinst, keine Luft mehr zu bekommen. Du zitterst oder es bricht dir der kalte Schweiß aus. Dazu vielleicht noch Schmerzen, in der Brust, im Kopf, im Magenbereich. Ganz zu schweigen von den Ängsten: zu sterben, verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren. Wie aber lässt sich diese Angst in den Griff bekommen? Und werden die nächtlichen Panikattacken irgendwann einmal aufhören?

Diese erscheinen umso bedrohlicher, weil eben alles um einen herum dunkel ist. Weil alle schlafen, während man selbst allein und einsam wach ist. Und man eben nicht mal schnell zum Telefonhörer greifen kann, um mit jemandem zu sprechen…

Umso wichtiger ist es daher, sich der Angst zu stellen! Denn hinter jeder Panikattacke steckt eine übermäßige Furcht, die im Laufe der Zeit immer größer und mächtiger werden konnte. Eine Angst, die sich immer stärker ausgebreitet hat, bis sie den Alltag und das Leben mehr oder weniger vollständig dominiert.

  • Was aber steckt hinter dieser Angst?

  • Dies gilt es, herauszufinden.

  • Denn nur so kann ihr – und somit den Panikattacken – der Nährboden entzogen werden.

Die Ursachen können verschieden ausfallen. In der Regel stecken unbewusste und verdrängte Konflikte dahinter, nicht selten aus der Vergangenheit. Das Gleiche gilt für traumatische Erlebnisse wie etwa eine schmerzhafte Trennung, eine schwere Krankheit oder ein Todesfall.

    1. Panikattacken im Schlaf – was tun?

Was aber kannst Du tun, um die nächtlichen Panikattacken endlich besiegen zu können? Achte darauf, dir während des Tages bewusst Ruhe zu gönnen, den Stress abzubauen. Denn der Betroffene steht meist unter ständiger Anspannung, unter Strom – und dies begünstigt die Panikattacken noch einmal zusätzlich.

Gut sind daher Atemtechniken, aber auch Entspannungsübungen wie Meditation oder Autogenes Training. Auch das gedankliche Revue passieren lassen des Tages vor dem schlafen gehen hilft dabei, eventuell belastende Gedanken und Ereignisse noch einmal aufzuspüren und diese zu erforschen. Das Aufschreiben hilft in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr viel weiter, wie sich immer wieder zeigt! Denn so sind die belastenden Gedanken und Erfahrungen aus dem Unterbewusstsein verbannt und können nicht mehr zu einer nächtlichen Panikattacke beitragen.

Auch andere Tipps helfen. Versuche, vor dem Schlafen gehen sowie mindestens eine Stunde vorher kein Koffein oder Nikotin mehr zu dir zu nehmen. Auch Alkohol oder Drogen sind nicht wirklich gut geeignet, um die Panikattacke zu vermeiden – im Gegenteil, die darin enthaltenen Stoffe können einen Angstanfall sogar noch begünstigen.

  • Besser ist da eine heiße Tasse Tee oder Milch mit Honig.

  • Auch eine heiße Dusche oder ein warmes Bad können zu einer erheblichen Entspannung mit beitragen.

Auch aufwühlende Filme oder Bücher wie Krimis oder Thriller sollten besser nicht gesehen beziehungsweise gelesen werden. Achte auch hier auf einen möglichst großen Entspannungsfaktor – Du wirst sehen, wie sehr das Geist und Körper „runter bringt“!

 

Was können die Panikattacken im Schlaf Ursachen sein?

Oben sind wir ja bereits kurz auf mögliche Ursachen eingegangen – dies allerdings eher allgemein. In diesem Abschnitt wollen wir uns daher eingehender mit der Frage beschäftigen, was den Panikattacken in der Nacht eigentlich für Ursachen zugrunde liegen können.

Wie gesagt: Eine allgemeingültige Antwort, die auf jeden Betroffenen zutrifft kann es auch hier nicht geben. Die Umstände spielen hier eine Rolle, auch die jeweilige Persönlichkeit. Wie stark oder schwach das soziale Umfeld  beziehungsweise die Einbindung in soziale Strukturen sind, welchen Halt und welche Unterstützung man von außen erfährt. Hat man das Gefühl, ganz alleine zu sein, fühlt man sich den Panikattacken umso ausgelieferter. Vor allem, wenn diese nachts auftauchen…

 

Und dennoch gibt es bestimmte Grundmerkmale, die immer wieder zu beobachten sind. In der Regel ist das Vertrauen zu sich selbst und auch zu anderen nur sehr schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. Dies kann etwa den Erfahrungen der Kindheit mit geschuldet sein, etwa, wenn man von den Eltern nur wenig Liebe und Bestätigung erfahren hat. Einmal oder sogar mehrfach schmerzlich zurückgewiesen wurde. Dies hinterlässt natürlich tiefe Narben, die noch lange Auswirkungen haben können.

  • Auch eine überbehütete Kindheit mit zu viel Kontrolle kann dazu führen.
  • Dass man sich selbst nichts zutraut.
  • Das Gefühl hat schwach zu sein.
  • Und den Anforderungen und Härten des Alltags einfach nicht gewachsen zu sein.

Auch dies ist natürlich eine schwere Hypothek, die man mitbekommt! Doch sollte man es den Eltern nicht zum Vorwurf machen – dies könnte die Fronten nur noch verhärten und von dem eigentlichen Problem ablenken. Es gibt in der Regel nicht DEN EINEN Faktor, der zu Panikattacken im Schlaf führt. Sondern vielmehr eine Reihe von Gründen und Ursachen!

Etwa ein traumatisches Erlebnis. Dies kann beispielsweise eine Verlusterfahrung sein: Man hat den Tod eines nahen Angehörigen oder eines Vertrauten mehr oder weniger unmittelbar miterlebt. Oder eine schwere Krankheit – sei es von einer anderen Person oder bei einem selbst. Oder eine langjährige Beziehung ist  in die Brüche gegangen, auf die fast das gesamte Leben aufgebaut war. Nun steht man gefühlt vor dem Nichts, vor einem Trümmerhaufen – und weiß nicht weiter.

Der Verlust des Jobs kann ebenfalls Panikattacken auslösen. Denn häufig kommt es hier zu starken Ängsten hinsichtlich der gesicherten Existenz.

 

Positive Ereignisse können übrigens ebenfalls zu Panikattacken in der Nacht führen. Wie etwa, wenn ein Kind geboren wird oder man eine neue Stelle antritt. In beiden Fällen ist die neue Lebenssituation mit diversen Anforderungen an sich selbst verbunden – und dies kann zu großem Stress führen.

  • Allgemein sind die Anforderungen und Erwartungen an sich selbst in der Regel (zu) hoch.
  • Man setzt sich selbst unter Druck, die (unrealistischen) Ziele zu erreichen.
  • Und geht dann zu hart mit sich ins Gericht, wenn diese verfehlt werden.
  • Man kann sich selbst das „Versagen“ nicht verzeihen, verurteilt sich sogar dafür.

Konflikte mit anderen, zu hoher Stress im Beruf tragen ihren Teil dazu bei, dass Panikattacken entstehen können. Umso wichtiger wäre daher, sich auch tagsüber bewusste Inseln der Ruhe zu schaffen und tief, tief durchzuatmen…