Panikattacken bei Kindern

Du willst wissen, ob Dein Kind unter Panikattacken leidet? Wie ist der Verlauf bei Kindern und unterscheidet er sich von jenem bei Erwachsenen? Und welche Gründe stecken hinter den Panikattacken bei Kindern? In unserem Beitrag findest Du alle wichtigen Informationen zu diesem Thema!

Panikattacken bei Kindern – welche Gründe?

Schätzungsweise jedes fünfte Kind leidet hierzulande unter Panikattacken, Phobien oder unter einer anderen Angststörung. Dennoch, und das ist eine gute Nachricht: Sofern diese rechtzeitig erkannt werden, können 82 % der kleinen Patienten erfolgreich behandelt werden.

Doch warum konnte es überhaupt so weit kommen? Zunächst einmal sind gewisse Ängste in Bezug auf ihre Umgebung normal – besonders in der Kindheit und in der Pubertät. etwa die Angst, dass niemand mit einem spielen möchte, die Angst vor Fremden bei Babys und Trennungsängste bei Kleinkindern.

  • Mit zunehmender Fähigkeit, zwischen Realität und Fantasie unterscheiden zu können, ändern sich die Ängste.
  • Und es kommt zu Furcht vor Krankheiten, Verletzungen oder weiteren Situationen.

Grundsätzlich ist Angst ja nichts Schlechtes und übt eine Art Warnfunktion aus. Sie mahnt uns zu mehr Wachsamkeit und Aufmerksamkeit – und das kann ja eigentlich nicht schädlich sein. Belastend und problematisch wird es allerdings dann, wenn die Angst überhand nimmt und das Leben und den Alltag erheblich einschränkt. Wenn sich das Kind kaum mehr etwas zutraut, das Vertrauen zu sich selbst und der Umgebung erheblich schwindet.

Was aber sind die Ursachen?

  • Zum einen sind es die Gene, die eine Entstehung von Angststörungen begünstigen können.
  • So etwa, wenn ein Elternteil an einer Angststörung oder an Depressionen leidet.
  • Auch das Verhalten der Eltern spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle.

Wenn die Mutter etwa selbst unsicher und von Angst erfüllt ist, werden auch die Kinder nicht selten ängstlich und scheu, trauen sich weniger zu. Das Gleiche gilt für den Fall, dass sie lieblos und keiner Zärtlichkeit behandelt werden, wenn sie überbehütet und in einem zu hohen Maße kontrolliert werden. Sie trauen sich infolgedessen selbst nichts zu – und das ist ein idealer Nährboden für Panikattacken.

 

Wie Panikattacken bei Kindern behandeln?

Besonders oft kommt es bei Kindern und Jugendlichen zu generalisierten Angststörungen, also übertriebener Sorgen, die um alltägliche Ereignisse kreisen, zu Trennungsängsten, also der Angst, eine wichtige Person zu verlieren, oder zu einer sozialen Phobie – etwa die Angst, sich vor den Augen der Anderen zu blamieren. Auch depressive Verstimmungen sind in diesem Zusammenhang leider keine Seltenheit.

  • Wichtig ist, rasch zu handeln, wenn der Verdacht auf eine Panikattacke besteht.
  • Denn je früher eine Angststörung behandelt werden kann, umso besser stehen auch die Chancen, dass das Kind schon bald wieder unbeschwert und sorgenfrei durchs Leben gehen kann.

Eine Verhaltenstherapie hat sich in diesem Zusammenhang als mit die beste Methode erwiesen. Diese beinhaltet Verhaltensübungen, Rollenspiele sowie auch Entspannungstechniken, die gut im Alltag angewandt werden können. Gleichzeitig werden die Kinder mit jenen Reizen konfrontiert, welche die Angst auslösen.

Auch eine Psychotherapie für die Familie kann eine sinnvolle Lösung sein. Denn häufig sind die Ursachen und Auslöser im familiären Umfeld zu finden. Sich dem zu stellen, dies zu akzeptieren, ist die Aufgabe der Eltern – eine Aufgabe, die sie schon allein des Kindes wegen ernst nehmen sollten.

Panikattacken bei Kindern in der Nacht – was tun?

Nächtliche Panikattacken stellen natürlich eine besondere Herausforderung dar. Sowohl für das Kind also auch für die Eltern.

Denn wie bei Erwachsenen auch erscheinen die nächtlichen Angstanfälle noch einmal bedrohlicher. Alles um einen selbst ist dunkel, scheint in tiefem Schlaf zu liegen. Das Gefühl von Allein sein, Einsamkeit, alles ist da. Noch dazu diese tiefe Angst – die Emotionen, Empfindungen und Befürchtungen scheinen in der Nacht noch einmal tiefer, größer und mächtiger zu sein. Und das stellt eine enorme Belastungsprobe dar…

Kein Wunder, dass das Kind mitunter gar nicht mehr alleine gelassen werden will! Sich vielleicht weigert, ins Bett zu gehen, den Zeitpunkt des Schlafengehens so lange wie möglich hinauszögert. Sich immer neue Ausreden einfallen lässt, um eben nicht ins Bett zu müssen – und erst nach einiger Zeit mit der Sprache herausrückt.

Als Elternteil sollte man jetzt nicht mit Unverständnis und Ungeduld oder gar Strenge reagieren. Das würde das Kind nur noch mehr verängstigen, zum Gefühl von Einsamkeit und des Ausgeliefert seins führen! Besser ist es da, hartnäckig (und zugleich sanft) nachzufragen, was denn los ist. So lange, bis das Kind Vertrauen gefasst hat…

Denn die Angst sitzt tief. Und das Kind ahnt in seinem Inneren, dass es nicht normal ist. Das wiederum führt zu einer großen Verunsicherung – und auch Scham. Scham davor, sich jemandem anzuvertrauen, Angst, zurückgestoßen, verstoßen gar zu werden. Diese Angst muss ihm unbedingt genommen werden!

 

Eine erste Hilfe Maßnahme kann es sein, die Tür während der Nacht offen zu lassen. So fühlt das Kind sich nicht ganz so alleine – und weiß, dass es immer zu den Eltern kommen kann, wenn die Dämonen der Nacht wieder zuschlagen. Eine weitere Taktik: So lange bei dem Kind zu bleiben, bis es eingeschlafen ist. Vor dem Zu Bett gehen beruhigende Dinge mit ihm tun wie etwa eine schöne und harmlose Geschichte lesen, zu kuscheln, zu sprechen, was den Tag über so passiert ist. Alles, was das Gehirn und den Körper beruhigt, ist jetzt angebracht. Auch ein süßer Kräutertee oder warme Milch mit Honig können zu einer besseren Entspannung mit beitragen und die Gefahr von nächtlichen Panikattacken verringern. Das Gleiche gilt für ein heißes Bad vor dem Schlafengehen – alles, was man bei Erwachsenen auch an Strategien einsetzt.

Zudem sollte die unmittelbare Umgebung rund ums Bett so behaglich und gemütlich wie möglich gestaltet werden. Mit den liebsten Kuscheltieren beispielsweise, in schönen Farben, etc. Auch das Licht kann die erste Zeit über noch angelassen werden. Vielleicht wirkt die eine Strategie besser als die andere – da muss man auch ein wenig ausprobieren.

Wichtig ist, dem Kind zu zeigen: Egal, was ist, ich bin für Dich da. Du kannst immer zu mir kommen, gemeinsam werden wir es schaffen. Auch, die Dämonen in der Nacht zu besiegen. Das Kind braucht nun viel Verständnis und Liebe – und bitte gib ihm das auch! Selbst, wenn es für Dich, für Euch etwas anstrengender ist. Doch nur so kann letzten Endes eine Besserung eintreten…